Sehenswürdigkeiten - Sightseeing in Potsdam

Potsdam Altes Rathaus Potsdam birgt eine ganze Reihe von wunderschönen und interessanten Kunstschätzen. Dieser Auffassung war auch die UNESCO als sie 1990 große Bereiche Potsdams als Weltkulturerbe erklärte und 1999 um 14 Stätten erweiterte. Dazu gehören die Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten, Babelsberg und Glienicke mit ihren Schlössern, die Pfaueninsel sowie Schloss und Park Sacrow mit der Heilandskirche, das Schloss und der Park Lindstedt, die Russische Kolonie Alexandrowka, der Pfingstberg mit dem Belvedere und die Sternwarte am Babelsberger Park.

Wichtigstes Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist das von Friedrich II. erbaute Schloss Sanssouci.
Im Jahre 1744 entschied sich Friedrich der Große einen Weinberg auf dem "Wüsten Berg" bei Potsdam anzulegen. Kurz darauf, am 14. April 1745, wurde dort der Grundstein für ein Lusthaus gelegt, das am 1. Mai 1747 eingeweiht wurde und an dessen Südfront der Name Sans Souci steht. Da das Sommerschloss ganz auf die privaten Bedürfnisse des Königs zugeschnitten sein sollte, bestimmte Friedrich Lage, Ausmaß und Aussehen des Gebäudes im wesentlichen selbst. Dies führte zu dem Begriff friderizianisches Rokoko.
Im Osten markiert das Obeliskportal den Beginn einer zwei Kilometer langen Allee, die sich bis zum Neue Palais im Westen zieht.
Das Schloss Sanssouci selbst wird auf halber Höhe des Hügels von zwei äußerlich ähnlichen Gebäuden flankiert; östlich von der Bildergalerie, westlich von den Neuen Kammern. Die Bildergalerie enthält eine Sammlung repräsentativer Werke der Malerei des italienischen und niederländischen Barock.
Interessant ist die im Park stehende Moschee, die entgegen dem ersten Eindruck kein Ort religiöser Verehrung ist. Vielmehr entstand im Auftrag König Friedrich IV. unter der Leitung von Ludwig Persius ein als Moschee verkleidetes Dampfmaschinenhaus, um die Fontänenanlagen im Park Sanssouci zu speisen und die Wasserversorgung des wertvollen Pflanzenbestandes zu sichern.

Die 1854 fertiggestellte Friedenskirche im Schlosspark Sanssouci liegt im Marylgarten, direkt am Grünen Gitter. Friedrich Wilhelm IV. ließ sie in dem Bestreben, tiefe Religiösität zum Ausdruck zu bringen, nach den Vorbildern oberitalienische Klosterbauten errichten.
In der Gruft der Friedenskirche liegen Friedrich Wilhelm I. und seine Gattin Elisabeth, in dem Mausuleum an der Nordseite der Kirche haben Kaiser Friedrich III. und Gemahlin Victoria die letzte Ruhe gefunden.

Aber nicht nur die einstige Sommerresidenz Friedrichs des Großen und der Park Sanssouci lohnen einen Besuch. Die historischen Quartiere der Stadt - Alexandrowka, Holländisches Viertel und das Weberviertel - vermitteln das Flair einer offenen, europäisch geprägten Stadt.

Besonders beliebt ist das Holländische Viertel. Es besteht aus vier Karrees mit etwa 150 Backsteinhäusern in holländischem Stil - unverputzt, mit weißen Fugen, Fensterläden und zum Teil geschwungenen Giebeln.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts holte Friedrich Wilhelm I. holländische Handwerker nach Potsdam um den Ausbau der Stadt zu fördern. 1734 wurde das Architekturenensemble für holländische Kolonisten begonnen. 1742 war es fertiggestellt. Das Viertel ist heute mit exklusiven Läden, Cafés und Restaurants bestückt. Seine Geschichte ist im Museum in der Benkertstraße 3 zu erkunden.

Das Nauener Tor in der Nähe des Holländischen Viertels ist eines der frühesten Bauwerke der englischen Neugotik auf dem europäischen Festland und wurde 1755 nach einer Skizze Friedrich II. angefertigt. Gegenwärtig liegt am Nauener Tor einer der vitalsten Punkte Potsdams mit einer Anhäufung von Cafès, Restaurants und Bars.

Das einzige aus der Zeit der zweiten barocken Stadterweiterung erhaltene Tor ist das Jägertor. Es wurde 1733 errichtet und liegt heute auf dem Mittelstreifen der Hegelallee, der prächtigsten Straße der Potsdamer Innenstadt. Hinter dem mit Jagdszenen verzierten Tor beginnt die Jägerallee, die einst zur kurfürstlichen Fasanerie führte.

Das am Luisenplatz gelegene Brandenburger Tor wurde so, wie es heutzutage vorzufinden ist, 1770 von Carl von Gontard und Georg Christian Unger als westlicher Stadtausgang in Richtung Brandenburg im Auftrag Friedrichs II. gebaut. Aber bereits 1733 errichtete der Soldatenkönig Friedrich I. hier ein einfaches Burgtor, um seine Soldaten, die sich gerne selbstständig machten, in der Stadt zu halten.

Am östlichen Ende der Brandenburger Straße ragt die 1867 bis 1870 erbaute katholische Kirche St. Peter und Paul empor, deren gelben Backsteinbau man kaum übersehen kann.

Am Alten Markt liegt der Geburtsort Potsdams. Bereits im frühen Mittelalter stand hier am Havelübergang eine Burg.
Mit Stadtschloss, Nikolaikirche und dem Alten Rathaus ist am Alten Markt das Zentrum Potsdams zu finden.
Allerdings ist vom von Kurfürst Friedrich Wilhelm errichtete Potsdamer Stadtschloss nur noch der Marstall im Original erhalten. Es wurde am 14. April 1945 schwer beschädigt und 1959 gesprengt.

Im Jahr 2002 wurde in Anwesenheit des Brandenburger Ministerpräsidenten das rekonstruierte Fortuna-Portal, das früher repräsentativer Eingang des Stadtschlosses war, eingeweiht. Es ist ein Symbol für die Erneuerung der historischen Mitte Potsdams an einem der schönsten barocken Plätze Deutschlands. Die originalgetreue Wiedererrichtung des Fortuna-Portals auf den noch bestehenden Fundamenten geht auf einen Beschluss der Potsdamer Stadtverordneten im Jahre 1999 zurück. Ihm folgte im Jahr darauf der Beschluss zur Wiedererrichtung des Stadtschlosses.

Im königlichen Pferdestall befindet sich heute das Filmmuseum Potsdam. 1981 eröffnet ist es das älteste Museum dieser Art in Deutschland. Die Sammlungstätigkeit des Filmmuseums Potsdam konzentriert sich auf die Film- und Kinogeschichte Deutschlands, besonders auf die Entwicklung des Babelsberger Filmstudios von 1912 bis in die Gegenwart. In wechselnden Sonderausstellungen und einer Dauerausstellung über die Geschichte der Babelsberger Filmstudios erhält der Besucher auf unterhaltsame Weise einen Einblick in die Filmgeschichte.
Bei einem Besuch in der Medien- und Filmstadt Babelsberg kann man Filmgeschichte live erleben und bei einer Studiotour dabei sein, wenn die Film- und Fernsehproduktionen von heute entstehen.

Hinter dem Marstall führt der Weg über den beschaulichen Neuen Markt zum Stadtkanal - genauer gesagt zu dem Abschnitt in der Yorckstraße, für dessen Wiederentstehen viele Potsdamer gespendet haben. Der historische Stadtkanal, der der Innenstadt einst eine fast mediterane Atmospähre verlieh, wurde in den 1960er Jahren zugeschüttet.

Die protestantische Nikolaikirche ist mit ihrer goldenen Kuppel schon von wietem sichtbar und gehört zu den bedeutendsten Bauwerken des deutschen Klassizismus.Ihr Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes, allerdings vermitteln die Säulen der Kirche das Bild eines antiken Tempels. Sie wurde ab 1828 nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels in Zusammenarbeit mit seinen Schülern Ludwig Persius und August Stüler erbaut. Heute gibt es hier eine lebendige Kirchengemeinde, deren kirchenmusikalisches Angebot sich sehen lassen kann.

Unweit des Alten Markts befindet sich der Lustgarten, der 2001 zur Bundesgartenschau neugestaltet wurde. Auch wenn gerade kein Jahrmarkt oder Stadtfest stattfindet, beim Betrachten der dort skatenden Jugend oder der am Hafen anlegenden Ausflugsschiffe der Weissen Flotte findet der Besucher Zerstreuung.
Aber beim bloßen Betrachten muss es nicht bleiben, mit den verschiedenen Haveltouren der Weisse Flotte Potsdam kann man Potsdam und Umgebung vom Wasser aus erkunden.

Auch regelmässige Veranstaltungen, wie die alljährliche Schlössernacht, die Potsdamer Tanztage und das Theaterfestival UNIDRAM oder auch der Weihnachtsmarkt (Sinterklaasfest) und das Tulpenfest im holländischen Viertel geben Anlaß Potsdam einen Besuch abzustatten.